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Volmetalbahn - von Hagen nach Meinerzhagen
von Hagen über Schalksmühle - Brügge - Kierspe nach Meinerzhagen
mit Anschluss nach Lüdenscheid

Eisenbahnmagazin Volmetalbahn

Volmetalbahn - von Hagen über Schalksmühle - Brügge - Kierspe nach Meinerzhagen mit Anschluss nach Lüdenscheid

Die Volmetalbahn im westlichen Sauerland führt von Hagen Hbf am südlichen Rand des Ruhrgebiets entlang des Flüsschens Volme bis nach Meinerzhagen. Hier überwindet die Bahn die Wasserscheide und folgt dem Fluss Agger ins Bergische Land nach Dieringhausen und von dort weiter nach Köln. Im ehemaligen ländlichen Bahnknoten Brügge zweigt eine Stichstrecke ab, die mit starker Steigung hinauf zur Kreisstadt Lüdenscheid führt. Von Oberbrügge aus - etwas südlich von Brügge gelegen- führte früher eine Nebenstrecke über Radevormwald bis nach Wuppertal. Der verbliebene Rest dieser Strecke reicht noch bis Halver, diesem Streckenabschnitt droht in Kürze der Abriss. Die dritte Zweigstrecke der Volmetalbahn verlässt die Strecke in Meinerzhagen und führt durch das Listertal zu Steinbrüchen in der Nähe des Ortes Krummenerl. Personenverkehr gibt es zurzeit noch zwischen Hagen und Lüdenscheid, während im oberen Volmetal zwischen Brügge, Meinerzhagen und Krummenerl Schotterzüge verkehren.

Impressum:
Herausgeber und Autor: Achim Walder
Mitarbeiter: Sebastian Walder, Peter Höhbusch
Redaktion: Ingrid Walder und Achim Walder
Foto: Ingrid Walder + Achim Walder, Christoph Riedel - Fotoriedel

© Walder-Verlag, Kreuztal, www.walder-verlag.de - e-Mail an den Walder-Verlag
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(c) von Christoph Riedel => Riedelfoto - die Welt der Eisenbahn

Eisenbahnmagazin Volmetalbahn

Volmetalbahn: Die eigentliche Volmetalbahn entstand zwischen 1874 (Streckeneröffnung von Hagen nach Brügge) uns 1892 (Eröffnung des Streckenteils Brügge-Meinerzhagen). Zwischenzeitlich ging die Stichstrecke nach Lüdenscheid im Jahr 1880 in Betrieb. Die Eröffnung der Linie von Oberbrügge nach Wuppertal erfolgte 1910 und erst in der Zwischenkriegszeit, im Jahr 1927, wurde die Krummenerler Zweiglinie eröffnet, die einst bis nach Olpe führen sollte. Dem unterbliebenen Weiterbau ist es zuzuschreiben, dass der Personenverkehr hier bereits 1955 wieder eingestellt wurde. Zwischen Oberbrügge und Radevormwald kam das Aus für den Personenverkehr neun Jahre später, Güterverkehr hielt sich hier zwischen Oberbrügge und Halver noch bis Ende 1995. Auf der eigentlichen Volmetalstrecke fuhr zwischen Brügge und Marienheide der letzte  Personenzug 1986, dank  jahrelanger Bemühungen einer Bürgerinitiative (Aktionsbündnis Volme-Agger-Bahn) ist aber 2016 mit der Reaktivierung des Streckenstücks von Brügge bis Meinerzhagen zu rechnen. Dann sollen Direktverbindungen von Lüdenscheid nach Köln angeboten werden.

Eisenbahnmagazin VolmetalbahnEisenbahnmagazin Volmetalbahn von Hagen nach Meinerzhagen

Volmetalbahn: Im Winter 1983 gab es im Bahnhof Brügge noch umfangreichen Güterverkehr; das denkmalgeschützte(!) Bahnhofsgebäude wurde leider 2009 abgerissen.
Die Volme-Agger-Bahn - gestern: Mit dem Ende des Winterfahrplans 1985/86 wurde der Schienenpersonenverkehr auf der Strecke Brügge – Gummersbach nach über 90 Jahren eingestellt. Aber bereits in den Vorjahren wurde das Angebot schrittweise ausgedünnt bzw. die Zugläufe verkürzt: Statt durchgehender Eilzüge von Hagen nach Köln pendelten die Züge zuletzt nur noch zwischen Brügge und Dieringhausen und nur noch alle drei Stunden! Mit einem geringen Fahrtenangebot, langsamen Zügen und dem Zwang zum mehrfachen Umsteigen waren die Bedingungen geschaffen, daß die Bundesbahn den 'unrentablen' Verkehr einstellen, oder wie es auch heißt verkraften, also auf Busbedienung umstellen konnte. Die als Ersatz neu eingerichtete Buslinie zwischen Meinerzhagen und Gummersbach, zwischen Brügge und Meinerzhagen gab es schon ein schienenparalleles Busangebot, wurde - wie bei der Umstellung von Bahn auf Bus üblich - von den Fahrgästen nicht als Ersatz angenommen, so daß sie nach wenigen Jahren ganz eingestellt wurde. Die Fahrgäste stiegen entweder aufs Auto um oder haben ihre Fahrtziele gewechselt.

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Volmetalbahn: Bis 1995 verkehrten noch Güterzüge vom Bahnhof der Kreisstadt Lüdenscheid aus durch das Lösenbachtal nach Brügge. Eingesetzt war hier häufig eine 216 des Bw Oberhausen-Osterfeld.

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Volmetalbahn: Am 12.Juli 1992 verkehrte im oberen Volmetal ein Sonderzug des „Bürgerverein zur Förderung des Schienenverkehrs“. Zuglok war 41 241.

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Volmetalbahn: Von 1981 bis 1984 verkehrten zwischen Brügge und Köln Nahverkehrszüge. 1983 läuft eine Kölner 215 mit ihrem Vierwagenzug in den Bahnhof Brügge ein.

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Volmetalbahn: Seit Ende 1981 wurde Bahnsteig 1 im Brügger Bahnhof nicht mehr für Personenzüge genutzt. Die Züge Lüdenscheid-Dortmund (rechts) und Brügge-Köln (links) nutzten ausschließlich den Bahnsteig 2.

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Volmetalbahn: Bis 1987 war die V 60 im Volmetal heimisch. Eine Maschine beförderte regelmäßig abends den Nahgüterzug von Brügge nach Hagen-Vorhalle – hier bei der Durchfahrt in Schalksmühle.

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Volmetalbahn: Die Strecke Lüdenscheid-Dortmund wurde von 1965 bis 1994 von Wendezügen bedient, danach kamen Triebwagen der Reihe 628 bis 199 zum Einsatz. (Aufnahme:Schalksmühle)

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Volmetalbahn: Von den Steinbrüchen an der Listertalsperre wird regelmäßig Schotter zu verschiedenen Zielen transportiert. Im Jahr 2001 rollt eine Hagener 218 mit ihrem Schotterzug durch Kierspe.

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Volmetalbahn: Fahrtziel war zu TEE-Zeiten Paris, in den 1980er Jahren die 80000 Einwohner-Stadt Lüdenscheid. Die Elektrifizierung der Hauptstrecken machte die formschönen Züge gegen Ende ihres Lebens weitgehend arbeitslos und Verschlug sie im Sonderzugverkehr auch auf die Steilstrecke im Sauerland.

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Volmetalbahn: Zum hundertjährigen Jubiläum der Strecke Brügge-Lüdenscheid war auch die Vorserienlok 216 003 1980 in der Bergstadt Lüdenscheid zu Gast.

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Volmetalbahn: Mit dem VT 98 kam bei einer Sonderfahrt ein Fahrzeug auf der oberen Volmetalbahn zum Einsatz, das für Jahrzehnte den Planbetrieb auf der Strecke zusammen mit Dieselloks der Reihe V 100 geprägt hatte. (Foto: bei Sankel)

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Volmetalbahn: An einem Sommernachmittag des Jahres 1995 stellt die Hagener 290 271 in Brügge einen Schotterzug zur Fahrt nach Hagen zusammen.
Die Volme-Agger-Bahn - heute: Die Gleise der Volme-Agger-Strecke rosten seit 1986 vor sich hin: Zwischen Brügge und Meinerzhagen verkehren noch Güterzüge, zwischen Meinerzhagen und Gummersbach auch diese nicht mehr. Allein ihre während des Kalten Krieges strategische Bedeutung verhinderte die Stillegung der Strecke durch die Bundesbahn. Heute besteht auf der Achse Brügge – Gummersbach kein durchgehendes und regelmäßiges ÖPNV-Angebot: Zwischen Meinerzhagen und Gummersbach verkehren nur einzelne Busse v.a. für den Schülerverkehr. Will man heute mit dem Öffentlichen Personenverkehr von Gummersbach nach Lüdenscheid / Brügge reisen, so sind Fahrten mit dem Bus – etwa über Wipperfürth und Halver – oder eben mit der Bahn über Köln / Wuppertal / Hagen in Kauf zu nehmen – weite Umwege für eine doch vergleichsweise kurze Strecke. Statt mit dem Bus – sofern er fährt – gut eine bis über 3 Stunden unterwegs zu sein, bräuchte die Bahn zwischen Brügge und Gummersbach rund 35 Minuten. Diese Fahrtzeit könnte auch von einer direkten Busverbindung nicht gehalten werden. Vor diesem Hintergrund ist die Wiedereinrichtung des Schienenpersonenverkehrs auf der Volme-Agger-Bahn zu fordern. Mit der Bahn können die Städte Meinerzhagen und Kierspe an ihre Kreisstadt Lüdenscheid sowie die Oberzentren Köln, Hagen und Dortmund schnell und direkt angebunden werden; Oberberger müssen auf dem Weg nach Hamburg oder Berlin nicht erst den Umweg über Köln nehmen. Durch die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs auf der Strecke werden die heutigen Stichbahnen Lüdenscheid / Brügge – Hagen – Dortmund und Gummersbach – Köln wieder zu einer durchgehenden und damit attraktiveren AStrecke verbunden. Somit gibt die Reaktivierung der Volme-Agger-Bahn auch diesen Abschnitten zusätzliche Impulse.

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Volmetalbahn: Von 1999 bis 2004 führte die „Dortmund-Märkische-Eisenbahn“ mit ihren formschönen Dieseltriebwagen des Typs „Talent“ den Personenverkehr zwischen Lüdenscheid und Dortmund durch – hier passiert der Zug nach Dortmund das Einfahrsignal des Bahnhofs Rummenohl.

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Volmetalbahn: Seit 2004 haben Triebwagen der Reihe 648 die Talente abgelöst. Am Vorsignal von Rummenohl ist deutlich zu erkennen, dass das zweite Streckengleis seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr befahren wird.

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Volmetalbahn: Auf der Fahrt von Brügge nach Lüdenscheid hat der VT 648 im Sauerländer Prachtwinter 2005 in Kürze den Lüdenscheider Tunnel und damit fast sein Fahrtziel in der Kreisstadt erreicht. Immer wieder gelangen bei Sonderfahrten auch Dampflokomotiven auf die Strecke Brügge Lüdenscheid. An gleicher Stelle wie der VT 648 erinnert die Baureihe 78 an die Dampflokzeit, denn dieser Loktyp war bis September 1965 auf der Strecke im Einsatz.

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Volmetalbahn: Ausgangspunkt der Volmetalbahn ist der Hagener Hauptbahnhof, den hier ein VT 648 auf der Fahrt nach Lüdenscheid quer durch das Gleisvorfeld verlässt.

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Volmetalbahn: Blick von der Straßenbrücke in Hagen-Delstern auf die Volmetalbahn. Das Stellwerk regelt den Übergang vom zweigleisigen auf den eingleisigen Abschnitt. Der ehemalige Bahnhof Delstern besteht nur noch aus dem Streckengleis.

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Volmetalbahn: 294 671 hat die Aufgabe, den Nahgüterzug von Brügge nach Hagen zu befördern. Brügge Einfahrt zeigt konsequenterweise Hp0.

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Volmetalbahn - Winter im Sauerland: Der Nahverkehrszug Lüdenscheid-Dortmund rollt ohne große Kraftanstregung von Lüdenscheid aus durch das Lösenbachtal in Richtung Brügge.

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Volmetalbahn: Obwohl der ehemalige Bahnhof Hagen-Delstern nur noch das Streckengleis besitzt, ist eine Sicherung durch Signale erforderlich, denn hier beginnt der zweigleisige Abschnitt der Strecke.

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Volmetalbahn: Die Ausfahrt in Richtung Hagen ist im Bahnhof Brügge (noch) durch Formsignale gesichert. Im Zuge der Reaktivierung der oberen Volmetalbahn für den Personenverkehr wird wohl moderne Sicherungstechnik eingebaut werden.

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Volmetalbahn: Regionalbahn Lüdenscheid –Dortmund bei Brügge. Die eingesetzten Gleisstücke links markieren den früheren Verlauf des zweiten Streckengleises.

Eisenbahnmagazin Volmetalbahn

Volmetalbahn: 2012 war erstmalig eine Diesellok des Typs Class 66 mit dem kleineren englischen Lichtraumprofil in Brügge vor einem Schotterzug zu sehen.

Reaktivierung der oberen Volmetalbahn

Am 10. Dezember 2017 wurde der Schienenpersonenverkehr im oberen Volmetal zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid wieder aufgenommen. Seit diesem Tag an werden die Züge der Regionalbahn-Linie RB 25 Oberbergische Bahn von Köln über den bisherigen Endpunkt Meinerzhagen hinaus über Brügge bis nach Lüdenscheid durchgebunden. Auf dieses Ziel hat das seit 1999 ehrenamtlich tätige „Aktionsbündnis Volme-Agger-Bahn“ 18 Jahre lang hingearbeitet.

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Nach der Einstellung des Personenverkehrs 1986 führten Diskussionen über die Wiederbelegung der Bahnverbindung in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre zu ersten konkreten Schritten: 1996 wurde die Reaktivierung der Strecke für den neuen ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW gemeldet und dann in diesen aufgenommen. Ein 1997 beauftragtes Gutachten zur Streckenreaktivierung Gummersbach - Brügge kam 1999 zu dem Ergebnis, dass eine stündliche Durchbindung der Züge von Köln über Gummersbach hinaus bis Lüdenscheid einen positiven Kosten-Nutzen-Wert besitzt, also volkswirtschaftlich sinnvoll ist, und somit grundsätzlich gefördert werden kann. Weil damals nur Teile der Landes- und Lokalpolitik Interesse an einer Reaktivierung zeigten, bildete sich 1999 eine Bürgerinitiative (Aktionsbündnis Volme-Agger-Bahn) mit dem Ziel, Politik und Öffentlichkeit von den Vorteilen einer Bahnverbindung in den Oberbergischen Kreis und nach Köln zu überzeugen.
Die intensive Öffentlichkeitsarbeit – etwa in Form von Podiumsdiskussionen wie z.B. am 16.09.2003 in der Stadthalle Meinerzhagen, Pendelfahrten für jedermann zwischen Lüdenscheid und Gummersbach am 05.06.2004 oder einer „VIP-Fahrt“ im Abschnitt Gummersbach –Meinerzhagen am 29.10.2005– war gerade in den langen Phasen, in denen das Projekt immer wieder stockte, nötig und trug letztlich ihren Teil zum Gelingen bei.
Der Zugverkehr zwischen Gummersbach und Marienheide konnte bereits im Jahr 2003 wieder aufgenommen werden. Aus den Planungen, schon im Folgejahr bis Meinerzhagen und 2005 weiter bis Lüdenscheid zu fahren, wurde dann aber nichts: Zwar wurden von der DB noch Vorentwurfsplanungen durchgeführt, doch brachten offene Finanzierungsfragen das Projekt zum Stillstand. Lediglich der Streckenoberbau zwischen Marienheide und Meinerzhagen wurde noch im Vorgriff auf eine baldige Reaktivierung von der DB erneuert.

Sonderfahrt mit der Schleifkottenbahn von Dieringhausen nach BrüggeEisenbahnmagazin Sonderfahrt mit der Schleifkottenbahn von Dieringhausen nach Brügge

Nach dem Regierungswechsel in NRW stoppte schließlich im Juni 2006 der neue Landesverkehrsminister insgesamt 16 Reaktivierungs- und Ausbauprojekte. Etwas Bewegung kam erst wieder in die Angelegenheit, als sich Anfang 2007 die Anliegerkommunen in einer gemeinsamen Erklärung für den Ausbau der Strecke Köln – Marienheide einschließlich Reaktivierung der Fortsetzung nach Meinerzhagen bis 2013 aussprachen. Ab Sommer 2008 konnten dann die Planungen anlaufen, so dass am 26.02.2014 der erste planmäßige Zug in Meinerzhagen an einem provisorischen Bahnsteig aus Holz halten konnte. Der Behelfsbahnsteig wurde erst im Sommer 2016 durch den direkt neben dem städtischen Busbahnhof errichteten neuen Kreuzungsbahnhof mit Mittelbahnsteig von 140 bzw. 170 m Regellänge und einer Höhe von 76 cm abgelöst. Der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig erfolgt von einer neu gebauten Fußgängerbrücke aus.
Im Rahmen des interkommunalen Entwicklungsprojektes „Regionale 2013“ reifte bei den Kommunen im oberen Volmetal zu Beginn des Jahrzehnts endlich die Einsicht, dass die Reaktivierung der Bahn das wichtigste Leitprojekt für ihre gemeinsame Entwicklung ist. Vor diesem Hintergrund führte die Ankündigung der DB AG vom Februar 2011, die marode Strecke im oberen Volmetal zur Übernahme anzubieten oder bei mangelndem Interesse anderer Eisenbahninfrastrukturunternehmen stillzulegen, zu politischen Aktivitäten, insbesondere auch durch den heimischen Landtagsabgeordneten: Im Juni wurden bereits entsprechende Mittel für die Sanierung der Strecke Meinerzhagen -Brügge zugesagt, im Herbst begannen die Arbeiten an der Strecke, wobei der benötigte Schotter aus den nahe gelegenen Steinbrüchen in Krummenerl auf kurzem Wege herangeschafft werden konnte. Mit der Erneuerung der Strecke wurden Tatsachen geschaffen – seitdem stellte sich nicht mehr die Frage „ob“ sondern nur „wann“ der Personenverkehr von Meinerzhagen bis Lüdenscheid wieder aufgenommen wird. Nach Schließung einer neuen Finanzierungslücke und Durchführung der Planungen wurde es dann im Jahr 2016 mit dem grundlegenden Umbau des Bahnhofs Brügge konkret.

Eisenbahnmagazin VolmetalbahnEisenbahnmagazin Volmetalbahn von Hagen nach Meinerzhagen

Der Bahnhof Brügge verfügt seit Ende 2016 statt über sieben nun noch über vier Gleise: Das neue Gleis 1 (früher Gleis 7) wurde zum Kopfgleis für die Züge Lüdenscheid – Dortmund (RB 52), Gleis 2 (früher Gleis 5) wird für die Züge Lüdenscheid – Köln-Hansaring (RB 25) benötigt, dazwischen – auf dem Planum des ehemaligen Gleises 6 – befindet sich ein neuer Bahnsteig, auf dem zwischen der 25 und der RB 52 umgestiegen werden kann. Die Gleise 3 und 4 dienen dem spärlich gewordenen Güterverkehr, der sich auf Schotterzüge von den Steinbrüchen im Listertal beschränkt und zurzeit fast nur samstags stattfindet.
Neben der Erneuerung der Gleisanlagen und Verkehrsstationen stand auch eine Modernisierung der Signal- und Stellwerksanlagen an. Am 18. Dezember 2016 ging in Brügge ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb, von dem aus über zwei weitere unbesetzte Stellwerke in Hagen-Dahl und Meinerzhagen die gesamte Volme-Agger-Bahn zwischen Hagen-Delstern und Overath gesteuert wird. Verschwunden sind seitdem die Formsignale, die es bis dahin noch in Hagen-Delstern, dem Kreuzungsbahnhof Rummenohl und in Brügge gab. Erhalten bleibt das sehenswerte Reiterstellwerk in Brügge, das zwar nun leer steht, aber hoffentlich bald einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann.
Zu den bis zum Wiedereröffnungstermin 10.12.2017 noch nicht abgeschlossenen Arbeiten im oberen Volmetal gehören die Bahnübergänge, der Kreuzungsbahnhof Kierspe und der Haltepunkt in Halver-Oberbrügge: Um die Streckengeschwindigkeit auf 80 km/h heraufsetzen zu können, sind insgesamt 19 Bahnübergänge entweder aufzulassen oder zu modernisieren. Die Arbeiten erfolgen 2018.
Für den avisierten Stundentakt auf der Strecke Lüdenscheid - Köln ist eine Zugbegegnung in Kierspe zwingend notwendig. Der dafür erforderliche Kreuzungsbahnhof kann aufgrund sich hinziehender Planungs- und Genehmigungsverfahren wohl erst 2019 gebaut werden.
Der neue Haltepunkt am ehemaligen Bahnhof in Halver-Oberbrügge soll voraussichtlich 2018 in Betrieb gehen.
Der am 10.12.2017 in Kraft getretene Fahrplan sieht deshalb vorerst auf der RB 25 einen Zweistundentakt zwischen Lüdenscheid und Meinerzhagen vor, während es ab Meinerzhagen in Richtung Köln bei dem bisherigen Stundentakt bleibt. Die Züge der Linie RB 52 Volmetalbahn fahren weiterhin zwischen Lüdenscheid und Dortmund im Stundentakt. In Brügge besteht Anschluss zwischen der RB 25 und der RB 52: Die Züge von Lüdenscheid in Richtung Dortmund treffen dort zur Minute 13 auf Gleis 1 ein, eine Minute später folgt die Regionalbahn von Köln (RB 25) auf Gleis 2, so dass Fahrgäste des Kölner Zuges in Richtung Hagen / Dortmund umsteigen können. Nachdem die RB 52 ausgefahren ist, setzt der Kölner Zug seine Fahrt in Richtung Lüdenscheid fort. In der Gegenrichtung erreicht die RB 25 nach Köln den Brügger Bahnhof zur Minute 39, während die Züge aus Dortmund erst drei Minuten später in Brügge eintreffen, weil beide Regionalbahnen über dasselbe Einfahrgleis in Brügge einlaufen müssen. Die Regionalbahn nach Köln verlässt Brügge zur Minute 45, eine Minute später folgt die Regionalbahn nach Lüdenscheid. Auch hier ist der Fahrplan wieder so gestaltet worden, dass Fahrgäste aus der RB 52 unmittelbar in den Zug nach Köln umsteigen können. Zwischen Lüdenscheid und Brügge ergibt sich durch diese Zugfolge ein Halbstundentakt, die Streckenkapazität ist damit erschöpft.
Ein möglicherweise in Zukunft gewünschter Halbstundentakt auf der RB 52 zwischen Lüdenscheid und Dortmund kann deshalb zumindest auf dem Streckenstück zwischen Brügge und Lüdenscheid nicht realisiert werden. Jeder zweite Zug aus Dortmund müsste dann in Brügge enden, die Fahrgäste könnten mit dem Kölner Zug in Richtung Lüdenscheid weiter fahren. Hierzu wäre allerdings sowohl eine dritte Bahnsteigkante in Brügge als auch ein Kreuzungsgleis im Raum Schalksmühle nötig. Weitere Zukunftsperspektiven für die Volme-Agger-Bahn sind die Streckenelektrifizierung zwischen Köln und Gummersbach für einen S-Bahn-Betrieb und die Einführung des 20-Minuten-Taktes zwischen Köln und Gummersbach. Zwei S-Bahnen pro Stunde würden dann den Abschnitt Köln - Gummersbach bedienen, als dritter Zug pro Stunde führe dann die zum Regionalexpress aufgewertete Regionalbahn Köln – Lüdenscheid. Sie würde nur auf den wichtigsten Bahnhöfen halten, aber weiterhin mit Dieseltriebwagen verkehren. Da für dieses Projekt zumindest teilweise ein zweites Gleis im Aggertal erforderlich wäre, handelt es sich hierbei noch um Zukunftsmusik.
Zwar hat die Bürgerinitiative ihr wichtigstes Ziel erreicht, die Mitglieder sehen aber noch Entwicklungsbedarf: Nicht weniger als vier verschiedene Tarife kommen jeweils für verschiedene Teilabschnitte zwischen Gummersbach und Hagen zur Anwendung. Deshalb setzt sie sich dafür ein, dass der VRS-Tarif (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) auf der Volmetalbahn über die heutige Tarifgrenze Meinerzhagen hinaus bis Lüdenscheid gilt.

Eröffnung der Strecke Gummersbach -- Meinzerhagen

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Eröffnung der Strecke Meinzerhagen -- Brügge -- (Lüdenscheid)

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Die Volmetalbahn und ihre Nebenstrecken - das Buch zur Strecke

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